Yogastile

Welche Yogastile gibt es, welcher davon passt zu mir?
Nicht jeder findet im Yoga-Dschungel sofort den Yogastil, der ihm entspricht! Eine Probestunde ist meistens nicht ausreichend. Wichtiger noch als der Stil ist, dass die Chemie mit dem Yogalehrer stimmt. Wenn Du das Gefühl von Vertrauen in Dir spürst bist Du richtig. Erst die Zeit zeigt, ob ein Yogastil oder Lehrer zu Dir passt. Wenn Du Dich mehrere Stunden, vielleicht einen ganzen Kursblock darauf eingelassen hast, zeigt sich erst, ob Du richtig bist. Sehr geeignet ist auch die energetische Ergänzung zu Deinem Temperament, das aufzufüllen was Dir fehlt. Wage ruhig etwas Neues, Unbekanntes und lasse Dich überraschen. 

 

Hatha-Yoga - Der Überbegriff
Die bekannteste Yogaform im Westen ist der Hatha-Yoga, welcher sich als allgemeiner Überbegriff über viele Yogaformen legt und in Deutschland von der Zentralen Prüfstelle Prävention für die Unterstützung über die Krankenkassen anerkannt wird. Aus den Lehren des Hatha-Yoga haben sich viele verschiedene Traditionen, Stile und Schulen entwickelt. Es können sanfte (Yin) oder kraftvolle (Yang) Techniken sein, einfache Achtsamkeits- oder Wahrnehmungsübungen, Atemübungen oder Konzentrationsübungen. Alle Hatha-Yoga-Techniken verbinden Körper und Atem und führen weiter zum Geist (Mind). Die Haltungen (Asanas) können dynamisch oder statisch geübt werden. Atemübungen (Pranayama), mentale Entspannungstechniken und Meditationen runden die Praxis ab. 

Vinyasa Krama Yoga - (wird hier regelmäßig angeboten)
Der Begriff Vinyasa Krama steht für das Üben in wohlüberlegten Schritten. Die Bewegungsabfolgen werden in vernünftige Schritte bzw. Stufen eingeteilt und die Bewegung der Atmung angepasst. In der Tradition von Sri T. Krishnamacharya und seinem Sohn T.K.V. Desikachar (früher bekannt unter Viniyoga) wird nach diesem Vinyasa-Stil praktiziert. Wenn man das Konzept von Vinyasa Krama auf unterschiedlichen Ebenen der Yoga-Praxis betrachtet kann man es auch auf viele andere Ebenen des Alltagslebens ausdehnen und übertragen. Viel Wert wird auf das Yogasutra von Patanjali gelegt und das Chanten von Mantras kann während des Übens einfließen. Die Yogaeinheiten werden auf die Gesundheit und den Lebensstil des Schülers abgestimmt im Gruppen- und mehr noch im Einzelunterricht. Flexibel passt sich der Yoga dem Schüler an. 

 

Yin Yoga - (wird hier regelmäßig angeboten)
steht nicht in Konkurrenz zu anderen Yogastilen, sondern bietet die perfekte Ergänzung. Es ist eine Praxis des Loslassens, die in den 90er Jahren durch Paul Grilley in den USA entwickelt wurde. In diesem ruhigen und meditativen Stil, welcher das Wissen des Yoga und der Taoistischen Tradition mit der modernen Körperanatomie verbindet, werden die Asanas 3 - 5 Minuten statisch am Boden im Sitzen oder Liegen meist ohne Muskelkraft geübt. Dadurch erhöht sich die Flexibilität, es werden tiefliegende Gewebe und Körperbereiche angesprochen, Blockaden, Verkürzungen und Spannungen in Körper und Geist abgebaut und somit auf Meditation vorbereitet. Erst wenn beide Qualitäten, Yin und Yang ausgeglichen sind, kann Harmonie entstehen. 

 

Vinyasa Flow und Power Yoga
Klassische Asanas werden zu unterschiedlichen kreativen Bewegungsabfolgen zusammengestellt, so dass sich ein eher anstrengender fließender Flow (Übungsstil) entwickelt. Meist wird mit Atemführung und Musik geübt. Ziel ist es die eigene Kraft und Lebendigkeit zu erfahren. Ein intensives meist schweißtreibendes Üben, bei dem man gut abschalten kann. 

 

Anusara-Yoga
ist eine kraftvolle Hatha-Variante, die 1997 von dem US-Amerikaner John Friend entwickelt wurde. In diesem Yogastil geht es viel um Ausrichtung, Kontrolle und Knochen, aber weniger um das Fühlen. Er nannte diese neue Methode Anusara, was mit Anmut fließen bedeutet und häufig als "dem Herzen folgen" interpretiert werden kann. Die Haltungen werden einzeln und achtsam eingenommen, die Stunden entwickeln aber trotzdem Flow-Charakter. Dieser Stil stütz sich auf eine lebensbejahende Philosopie und sieht das Gute in allen Menschen und Dingen. 

 

Jivamukti-Yoga
Kraftvoller dynamischer, schweißtreibender Yoga-Stil, der 1984 in den USA von Sharon Gannon und David Life entwickelt wurde. Fließendes Üben mit Musik und Korrektur vom Lehrer mit Körpereinsatz am Schüler. Der Lehrer rezitiert Mantren aus alten Schriften, spricht über Philosophie und Lebensweisheiten und wählt einen gewaltfreien veganen Lebensstil.

 

Ashtanga-Yoga
Das Übungssystem nach Sri K. Patthabi Jois (Schüler von T. Krishnamacharya) besteht aus einer festgelegten Reihenfolge, die jeweils mit Bewegungselementen verbunden ist. Dieser sehr kraftvolle, dynamische Bewegungsfluss wird mit einem gleichmäßigem Atem begleitet, wodurch das Üben einen sehr meditativen Akzent bekommt. Alle Körperteile werden aktiviert und gedehnt, man kann gut abschalten und kommt ordentlich ins Schwitzen. Bald kann man auch selbständig üben. 

 

Iyengar-Yoga
Das kraftvolle Üben in der Tradition nach B.K.S. Iyengar (Schüler von T. Krishnamacharya), das sich durch äußerst genaue Ansagen auszeichnet, ermöglich so einen hohen Grad an Präzision. Es wird gerne mit Hilfsmitteln wie Holzblöcken, Decken, Stühlen und Gurten gearbeitet, um die Ausführung komplexer Asanas auch für Anfänger und Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu ermöglichen. Da die exakte Ausführung der Übungen im Vordergrund steht, sind spirituelle Ansätze eher indirekt während der Praxis zu finden und spielen bei manchen Lehrern eine manchmal untergeordnete Rolle. 

 

Sivananda Yoga - (wird hier manchmal angeboten)
Der integrale Yoga des Swami Sivananda ist meditativ und spirituell ausgerichtet. Im Mittelpunkt der statischen Übungspraxis stehen die zwölf Asana der Rishikesh-Reihe, die immer in der selben Reihenfolge jedoch auch in noch anspruchsvolleren Variationen ausgeführt werden können. Durch die Konzentration auf die Atmung und die Energiezentren kommen die Gedanken zur Ruhe. Pranayama, Mantren, Meditationen und Satsang sind auch ein fester Bestandteil dieser Praxis. 


Kundalini Yoga - (wird hier manchmal angeboten)
Yoga Bhajan machte Kundalini Yoga Ende der 60er Jahre in den USA bekannt. Die unzähligen festgelegten Übungsreihen sind eine Kombination aus dynamischen Körperübungen, bewusster Atmung, geistiger Ausrichtung und Mantra-Meditation. Kundalini Yoga ist sehr dynamisch, um unsere Lebensenergie (Prana) zu erwecken. Diese Praxis beinhaltet viel Spiritualität und die Hingabe an den Guru ganz offen und bewusst. 

 

Luna Yoga
ist eine alte, neu belebte Körperkunst und Heilweise und wurde von Adelheid Ohlig entwickelt Es ist eine Kombination aus traditioneller Yogapraxis mit Methoden zur eigenen intensiven Körperwahrnehmung. Praktiziert wird dieser Stil in erster Linie, um heilende Wirkungen zu erzielen. Seine Grundlagen schöpfen sich aus den Weisheiten und dem Wissen vieler unterschiedlicher Kulturen und Naturvölker der Erde. 

 

Acro Yoga
Von Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer wurde Acro Yoga 2003 gemeinsam entwickelt. Dieser Stil wird von zwei Yogis gemeinsam praktiziert. Eine Person bildet die Basis, während der Partner darauf basierend in die Haltung geht. Die "fliegende" Person übt eine Reihe von Yoga Übungen aus, während sie dabei das Gleichgewicht ausbalancieren muss. 


Aerial Yoga
Entwickelt wurde Aerial Yoga in den USA. Geübt wird dieser Stil mit einem druckfreien Tuch, das an der Decke festgebunden in der Luft hängt. Die Asanas werden im Gefühl der Schwerelosigkeit erfahren, ganz außergewöhnlich für den Körper. Dies trainiert Flexibilität und Kraft auf sehr angenehme Art und Weise. Gelenke und Wirbelsäule werden gut entlastet. Über den Tanz mit dem Tuch macht man ungeahnte Erfahrungen mit dem Loslassen und Selbstvertrauen, schweben und fliegen ist angesagt!