Die Wege des Yoga

„Asana verleihen Kraft. Pranayama verleiht körperliche Leichtigkeit.
 Meditation fördert die Wahrnehmung des Selbst
 und führt zu Freiheit oder höchster Glückseligkeit.“
                                                                     Swami Sivananda

 

In den alten vedischen Schriften werden folgende Yogapfade beschrieben:

  • Karma-Yoga - Der Yoga des selbstlosen Handelns, ein Handeln ohne Ego-Motive
  • Bhakti-Yoga - Der Weg von Liebe und Hingabe und auch von Gnade, die Herzöffnung
  • Jnana-Yoga - Yoga der Weisheit, Studium der umfassenden Vedanta-Philosophie
  • Raja-Yoga - Die Yogapraxis der Geisteskontrolle und Meditation, königlicher Pfad
  • Kundalini-Yoga - Yoga der Energie, Erweckung der verborgenen Kraft
  • Hatha-Yoga - Yoga der Bewegung und Körperbeherrschung

 

Den „Yogasutras“ entstammt der oft zitierte Ausdruck „Raja-yoga“ oder „Ashtanga-yoga“ der Yoga der acht Schritte.
Nach Patanjali sind es diese 8 wichtigen Glieder (ashtangas) welche den Yogaweg auszeichnen. 

  1. yama   
    5 Enthaltungen: Gewaltlosigkeit, Ehrlichkeit, Nichtstehlen, Enthaltsamkeit, Unbestechlichkeit
  2. niyama   
    5 Verhaltensregeln: Reinheit, Zufriedenheit, Disziplin, Studium, Hingabe an das Höchste
  3. asana
    Körperhaltung, Stellung der Ruhe, die rechte Meditationshaltung
  4. pranayama
    Atemkontrolle, Beherrschung der Lebensenergie
  5. pratyahara
    Sinnesrückzug, Beherrschung der Sinne, Verinnerlichung
  6. dharana
    Konzentration, mentales Fokussieren hin auf einen Punkt
  7. dhyana
    Meditation, ununterbrochene innere Sammlung
  8. samadhi
    überbewusster Zustand, Erleuchtung, Erwachen


Das Wort „Asana“ bezieht sich in erster Linie auf die „Asana“ des „Hatha-yoga“, an die man allgemein beim Wort Yoga denkt, wenn wir sagen „ich gehe in die Yogastunde“. Das regelmäßige Üben des „Hatha-yoga“ ist natürlich ein ausgezeichneter Weg, um Gesundheit und Vitalität aufrechtzuerhalten.

Aber man sollte trotzdem beachten, dass „Hatha-yoga“ in Patanjalis Raja-Yoga-System nicht für sich alleine steht. Es dient vielmehr als Vorbereitung auf die Sitzmediatation und unterstützt die Lockerung des Körpers. Dies verhilft zu stabilem Sitz während der geplanten Meditationsdauer, um das Strömen von „Prana“ anzuregen und den Geist langsam nach innen zu lenken.

Die verschiedenen Stufen und Techniken entwickeln sich in einem organischen Prozess, unterstützen sich gegenseitig und bedingen sich. Die ersten fünf Glieder dienen der Vorbereitung hin zur Meditation. Modernes Yoga im Westen gilt als sehr körperorientiert, weil das Üben von Haltungen und Atemübungen für uns den am leichtesten greifbaren Zugang zur komplexen Yogalehre bilden. Viele wissenschaftlichen Studien und umfangreiche Berichte in großen Zeitungen und Zeitschriften wie Geo, Spiegel, Yogazeitungen usw. berichten von der großen umfassenden Wirkung des Yoga. 


Die Wahrheit des eigenen Selbst als alleinige Realität zu erkennen, 
mit ihr zu verschmelzen und eins zu werden - das ist die einzig wahre Realisation. 
                                                                                    Ramana Maharshi